Computer Viren und Definition

Computer-Viren
Definition und Wirkungsweise

Computer-Viren gehören zu den Programmen mit Schadens-

funktionen. Als Schaden ist insbesondere der Verlust oder die Verfälschung von Daten oder Programmen anzusehen. Solche Programmfunktionen können sowohl unbeabsichtigt als auch bewusst gesteuert auftreten.

Die Definition eines Computer-Virus bezieht sich aber nicht unmittelbar auf eine möglicherweise programmierte Schadensfunktion:

 

Ein Computer-Virus ist eine nicht selbstständige Programmroutine, die sich selbst reproduziert und dadurch vom Anwender nicht kontrollierbare Manipulationen in Systembereichen, an anderen Programmen oder deren Umgebung vornimmt.

Eine nicht selbstständige Programmroutine bedeutet, dass der Virus ein Wirtsprogramm benötigt. Diese Eigenschaft und seine Befähigung zur Reproduktion führte in Analogie zum biologischen Vorbild zu der Bezeichnung "Virus".

Die Möglichkeiten der Manipulation sind sehr vielfältig: Besonders häufig ist das Überschreiben oder das Anlagern des Virus-Codes an andere Programme und Bereiche des Betriebssystems. Dabei wird zunächst der Virus-Code und dann erst das ursprüngliche Programm ausgeführt.

Obwohl Computer-Viren prinzipiell bei jedem Computertyp und Betriebssystem denkbar sind, erlangten sie bei IBM-kompatiblen Personalcomputern (PC), insbesondere bei den weit verbreiteten Windows-Betriebssystemen, die größte Bedeutung.

Hierbei wurden bis Ende 2002 weltweit rund 70.000 Viren (einschließlich Varianten) gezählt. Entsprechend vielfältig sind weitere Merkmale und Eigenschaften.

 

Grundtypen von Computer-Viren

Boot-Virus

Der Virus befindet sich im Boot-Sektor einer Diskette bzw. Festplatte oder im Partition-Record (auch Master-Boot-Record oder Partition-Sektor genannt) einer Festplatte. Der Virus wird durch einen Kalt- oder Warm-Start (bzw. bei Daten-Disketten auch erfolglosem Bootversuch) aktiviert. Diese Form der Viren ist weitestgehend ausgestorben, da ihr Hauptverbreitungsweg – die Diskette – kaum noch eingesetzt wird.

File-Virus

Der Virus ist in einem Programm (Wirtsprogramm) enthalten und wird durch Aufruf dieses Programms aktiviert.

Makro-Virus (siehe auch "Faltblatt Makro-Viren")

Während sich die bereits genannten Viren anstelle von Programmcode einnisten, benutzen Makro-Viren Steuersequenzen in Daten-Dateien. Moderne Programme erlauben es, häufig benötigte Steuerinformationen mittels einfach erlernbarer Programmiersprachen zu erstellen. Innerhalb der Textformatierung beispielsweise ist diese Funktion nützlich und für den Anwender sehr komfortabel. Allerdings geht der damit gewonnene Komfort zu Lasten der Sicherheit. Denn dies kann zur Programmierung von Makro-Viren missbraucht werden, die beim Arbeiten mit den Daten-Dateien automatisch ablaufen. Sofern die Hauptprogramme nicht nur für ein spezielles Betriebssystem angeboten werden, können auch die damit programmierten Viren plattformübergreifend arbeiten. Makro-Viren haben in den letzten Jahren deshalb starke Verbreitung gefunden.

 

Schäden durch Computer-Viren

Computer-Viren verursachen allein in der Bundesrepublik Deutschland jährlich Schäden in dreistelliger Millionenhöhe – mit steigender Tendenz.

Die Schäden lassen sich verschiedenen Bereichen zuordnen:

  • Beabsichtigte, programmierte zerstörerische Schadensfunktionen.
  • Unbeabsichtigte Seiteneffekte bei angeblich harmlosen "Scherz-Viren".
  • Inanspruchnahme von Speicherplatz im Hauptspeicher und auf Datenträgern.
  • Materieller und personeller Aufwand beim Suchen und Entfernen.
  • Zusätzlich zu ergreifende organisatorische Abwehr-Maßnahmen.
  • Panik-Reaktionen von Anwendern.
  • Verunsicherung der Anwender.

Quellen der Viren-Verbreitung

Bis Mitte 2000 wurden Viren hauptsächlich über folgende Wege verbreitet.

  • Original-Software,
  • vorinstallierte Geräte,
  • Wartungs- und Service-Personal,
  • Anwender.

Durch die weltweit zunehmende Vernetzung der Rechner sowie die steigende Bedeutung der Kommunikation über E-Mails werden inzwischen Schadprogramme fast ausschließlich über den Anwender verbreitet.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Regelmäßig Datensicherung durchführen.
  • Sicherheitskopien von Datenträgern sicher aufbewahren.
  • Schreibschutz bei allen Disketten setzen, auf die nicht geschrieben werden muss (dies gilt insbesondere für die meisten Programm-Disketten).
  • Aktuelle Viren-Schutzsoftware verwenden.
  • Alle ein- und ausgehenden Datenträger auf Viren überprüfen. Ausgehende Datenträger mit Schreibschutz versehen.
  • Vorinstallierte Neugeräte und gewartete Geräte auf Viren überprüfen. Ebenso Programme über andere Datenkanäle bei Ein- und Ausgang auf Viren überprüfen. (z. B. E-Mail, Downloads aus dem Internet)
  • Notfalldiskette erstellen.
  • Boot-Reihenfolge im CMOS-RAM auf "C:, A:" einstellen ("Erweitertes Setup").
  • Mehrere Partitionen (logische Laufwerke) im Rechner einrichten.
  • Computer und Datenträger vor unbefugter Benutzung schützen.
  • Mitarbeiter über Computer-Viren schulen.
  • Verfahrensweise bei Verdacht des Viren-Befalls vorher klären.

Verhalten bei Befall

  • Bei Verdacht auf Virus-Befall Arbeit wie gewohnt aber unverzüglich beenden.
  • Keine Panik!
  • Computer ausschalten.
  • Unerfahrene Anwender sollten einen Fachmann hinzuziehen, z. B. Benutzerdienst.
  • Von virenfreier, schreibgeschützter System-Diskette booten.
  • Mit aktuellem Viren-Suchprogramm die Festplatte untersuchen; dabei ein Protokoll erzeugen.
  • Datensicherung durchführen (falls nicht vorhanden).
  • Virus von Festplatte entfernen.
  • Mit Viren-Suchprogramm die Festplatte erneut überprüfen.
  • Alle anderen Datenträger (Disketten, CD-ROM, Wechselplatten) auf Viren-Befall untersuchen und Viren entfernen.
  • Wenn die Quelle der Viren-Infektion feststellbar ist :

    • bei Programm-Disketten und CD-ROM: Hersteller und BSI informieren.
    • bei Daten-Disketten: Ersteller des Datenträgers informieren.
    • bei kommerziellen Datenträgern: auch das BSI
    • Andere Benutzer warnen (wenn Daten- und E-Mail-Austausch von infiziertem Rechner erfolgte)
  • Virus-Meldung ausfüllen und an das BSI senden.

Glossar

Polymorpher Virus: Virus, dessen Code durch unterschiedliche Reihenfolge und Verwendung von Maschinenbefehlen (bei gleicher Wirkung) gekennzeichnet ist.

Programm mit Schadensfunktionen: (malicious software, malware) Alle Arten von Programmen, die verdeckte Funktionen enthalten und damit durch Löschen, Überschreiben oder sonstige Veränderungen unkontrollierbare Schäden an Programmen und Daten bewirken und somit zusätzliche Arbeit und Kosten verursachen oder Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Daten oder Programmen negativ beeinflussen.

Residenter Virus: Virus, der nach Aktivierung bis zum Ausschalten des Rechners im Hauptspeicher aktiv bleibt.

Selbstverschlüsselnder Virus: Virus verschlüsselt (kryptiert) seinen Code mit festem oder wechselndem Schlüssel.

Tarnkappen-Virus (Stealth-Virus): Residenter Virus, der seine Anwesenheit im infizierten System durch Manipulation des Betriebssystems zu verbergen versucht.

Trojanisches Pferd (siehe auch gesondertes Faltblatt): Selbständiges Programm mit einer verdeckten Schadensfunktion, ohne Selbstreproduktion.

Viren-Suchprogramm (Scanner): Programm, das resident (im Hintergrund) oder bei Aufruf Datenträger, Systembereiche, Unterverzeichnisse oder Dateigruppen und einzelne Dateien nach bekannten Viren durchsucht. Dies geschieht entweder mittels fester Zeichenfolgen (Signaturen), spezieller Algorithmen oder heuristischer Verfahren.

Wurm: Selbstständiges, selbstreproduzierendes Programm, das sich in einem System (vor allem in Netzen) ausbreitet.





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© Joachim Fischer
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